Wechselbad der Gefühle

Unfassbar, welche emotionale Momente sich im letzen Derby zwischen den roten Bullen aus München und meinen Tigers abgespielt haben. Zum Glück war ich wieder mal live mit von der Partei und durfte dieses an Highlights wahrlich nicht arme Drama mitverfolgen. Obwohl sich das Geschehen im ersten Drittel prinzipiell sehr ausgewogen darstellte, gab es jedoch noch die letzten 5 Sekunden des Durchganges, der den Tigers Fans den Atem stocken ließ: kaum zu glauben, aber wahr, just 4,5 Sekunden vor Ertönen der Sirene fand irgendwie der Puck noch den Weg in das Gehäuse der Tigers. Konnte man sich keinen anderen Zeitpunkt für einen derartigen Torerfolg aussuchen? Ich war bedient, was sich anfangs des zweiten Drittels noch weiter verfestigte in meinen Mienen. Urplötzlich war die Leistung des ersten Durchganges ad absurdum geführt worden, lag man nunmehr mit sage und schreibe 0:4 im Rückstand; normalerweise ein unmögliches Unterfangen, hier nochmals die Kurve zu kriegen, aber dank der unbändigen Moral der Niederbayern entwickelte sich ganz überraschend nun ein hochklassiges und packendes Spiel dieser beiden ach so ungleichen Gegner. Die Tigers kämpften sich zurück und erzwangen sogar die Overtime, was nicht mehr für möglich gehalten werden konnte. Und dann passierte es, an Dramaturgie nicht mehr zu überbieten. Just als alle im Stadion mit dem verdienten Penalty Schiessen gerechnet hatten, zerstörte – noch paradoxerweise – ein ehemaliger Straubinger Spieler unseren Traum auf zwei Punkte mit einem Abstaubertor 1,5 Sekunden vor Ablauf der Partie.  So etwas habe ich noch nie erlebt, doch hätte man gewarnt sein sollen nach dem ersten Geniestreich der Red Bulls im ersten Abschnitt. Nun war Ernüchterung und Sprachlosigkeit angesagt, ich war wie paralysiert und wischte mir die zuvor bei jedem der Tigers Tore freudig verschütteten Tropfen Bier unseres  gemeinsamen Sponsors von meiner Jacke. Weit gefehlt, wir waren definitiv der moralische Sieger in diesem verrückten Spiel und konnten erhobenen Hauptes von dannen ziehen. Jetzt gilt es, an dieses kleinen Erfolgserlebnisses zeit nah anzuknüpfen.

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